Gemeinsam​Ziele​Erreichen: Zukunft? – Wir!

By LAK MJA Sachsen, 1. September 2014

Junge Menschen sind vielseitig interessiert und haben zu vielen Themen Ideen und eigene Vorstellungen. Gleichzeitig stellen die Streetworker des Gemeinsam Ziele Erreichen e.V. immer wieder Politikverdrossenheit und politische Frustration fest.

Die Aktionswoche „He, Augenblick mal!“ wurde als Anlass genommen, diese Tendenzen aufzunehmen und diente als Startschuss für ein Projekt, welches sich über die Folgemonate ziehen wird.

  • Das Projekt „Zukunft? – Wir!“ zielt auf mehrere Ebenen! Zwei davon sind an dieser Stelle explizit zu benennen.
    Die Auseinandersetzung mit politischen Abläufen und vor allem politischen Gestaltungsmöglichkeiten außerhalb und innerhalb der parlamentarischen Arbeit soll durch verschiedenste Methoden spielerisch (be)greifbar gemacht werden! Junge Menschen sollen den Mut haben ihre Anliegen vorzutragen, damit diese innerhalb einer Demokratie ernst genommen werden.
  • Jungen Menschen soll eine Plattform geboten werden, um Dinge, die Ihnen wichtig sind, zu formulieren und vor allem zu transportieren. Dabei ist Auftreten im öffentlichen Raum sowie der Umgang mit Presse und Politikern unabdingbar!

Innerhalb der Aktionswoche fand der erste Schritt des Projektes statt. Die Mobilen Jugendsozialarbeiter führten mit jungen Menschen verschiedenster Lebenswirklichkeiten Kurzinterviews durch. Alle Gesprächspartner sind Zielgruppe von Mobiler Jugendarbeit und stehen mit den Mitarbeiter_innen im regelmäßigen Kontakt. Die Interviewergebnisse wurden zu einem Kurzfilm zusammengeschnitten. Dieser beinhaltet die Meinungen von 20 Jugendlichen (aus insgesamt 15 Interviews) sowie vielschichtige Aussagen und verschiedenste Meinungsbilder. Alle sind geprägt von den jeweiligen Lebensrealitäten.
Ziel ist es, einen Ausschnitt aus den individuellen Ansichten junger Menschen zu präsentieren. Darüberhinaus soll denen eine Stimme gegeben werden, die das Gefühl haben, dass niemand auf sie hört.

Bereitwillig äußerten sich junge Menschen zu ihrem Verhältnis zu Politik sowie zu den Dingen, die für sie von politischer Bedeutung sind. Dabei wurde deutlich, dass die Interviewpartner_innen in erster Linie um ihre eigenen Lebenswelten besorgt sind. Sie wünschen sich Freizeitangebote und Freiräume, eine stabile und gute Schulbildung, soziale Absicherung, individuellere Ausbildungsmöglichkeiten sowie Politiker, die mit ihnen in den Dialog treten.

Zeitgleich wird deutlich, dass zahlreiche Jugendliche von Politik frustriert sind. Sie haben oftmals das Gefühl, dass sie nicht wahrgenommen werden, dass gegen ihre Interessen entschieden wird und dass ihnen leere Versprechungen gemacht werden. Sie fühlen sich allein gelassen. Gleichwohl gibt es auch gegensätzliche Stimmen. Dort wo junge Menschen miterleben, dass ihre Interessen wahrgenommen und Dinge realisiert wurden, dort benennen sie ihr Vertrauen in politische Entscheidungsprozesse.

Das fertige Video wurde über Facebook, You Tube und über Presse publik gemacht und gilt als Basis der weiteren Projektarbeit.

Parallel zu den Interviews erarbeiteten ca. 75 Projektteilnehmer_innen Statements, welche anschließend in einem Workshop zusammengeführt wurden. Diese Aussagen bilden die Grundlage für das Wahlprogramm einer fiktiven Partei. Dabei geht es nicht ausschließlich um jugendpolitische Themen, sondern vielmehr darum, was jungen Menschen wichtig wäre und ist.

In einem dritten Schritt wird mit dieser fiktiven Partei gearbeitet. Diese Phase hängt jedoch stark von den Entwicklungen der vorangegangen Phasen ab und ist somit noch nicht klar definiert. Vorstellbar sind hierbei jedoch Dinge wie Gesprächsrunden mit Politik oder das Aufstellen eines Parteistandes im öffentlichen Raum.

Der Kurzfilm „Zukunft? Wir!“ ist abrufbar unter: http://www.youtube.com/watch?v=QeUeNOZNwnk