MJA JUMBO: Politik Talk

By LAK MJA Sachsen, 5. August 2014

bild2Der Panama e.V. gestaltet zur Bunten Republik Neustadt eine Bühne in Kooperation mit der Treberhilfe Dresden e.V. Hier spielten 17 professionelle sowie Nachwuchsbands auf und zeigten ihr Können. Für den Sonntag luden wir zum Politik Talk ein und sammelten Fragen in der Offenen Jugendarbeit des Abenteuerspielplatzes Panama und über die Mobile Jugendarbeit am Jumbo.

Die Kinder aus der Offenen Arbeit wurden zum Teil von einem 12jährigen Mädchen selbst vorgetragen.
Die Fragen der Kinder konnten nicht alle gestellt werden, weil die Antworten der Politiker_innen oft sehr lang waren. Sie sollen dennoch hier zum Abdruck kommen, weil wir diese Fragen sehr wichtig finden.

  1. Warum wird die Neustadt so zugebaut? Wir wünschen uns mehr grün und mehr Platz zum Spielen. Häuser gibt es doch genug.
  2. In der Neustadt liegt viel Müll rum. Das stört uns sehr. Außerdem wird viel „geklaut“. Wir wünschen uns, dass was dagegen getan wird.
  3. Was passiert mit der Erweiterung des Alaunparks? Werden unsere Ideen vom Planungsworkshop wirklich umgesetzt? (Anm.: Es ist zu bemerken, dass laut mündlichen Aussagen von Verantwortlichen bspw. keine Skateanlage vorgesehen ist, obwohl diesen Wunsch viele Jugendliche teilen).
  4. Es gibt viele „Penner“ bzw. Obdachslose in der Neustadt. Wir wünschen uns mehr Häuser, wo sie wohnen können. Wenn sie betrunken sind machen sie uns oft Angst und manchmal belästigen sie uns (Dresden bietet keine Streetwork für Wohnungslose, keine langfristigen Wohnraum für Auffällig Wohnende oder Wohnen und Übernachten mit Hund).
  5. Wir möchten gerne überall im Wald reiten und nicht nur auf Reitwegen. Wann wird das endlich erlaubt? Die Reitwege sind sehr Steinig und nicht gut zum Reiten. Wir wünschen uns Sandreitwege. (Die beiden letzten Fragen waren den Kids aus dem ASP Panama besonders wichtig und wurden selbst vorgetragen.)

In der Zusammenfassung unseres Beitrags zu Hey, Augenblick mal! stellen wir fest, dass Kinder und Jugendliche “Entwicklungs- und Freiräume“ – gemäß der UN-Kinderrechtskonvention – auch ohne SozialarbeiterInnen wünschen. Kinder denken nicht nur an sich sondern wollen Wohnungen für Obdach- und Wohnungslose, denn sie wollen keine Angst vor “Betrunkenen” in der Stadt haben müssen. Weitere Themen von Kindern sind allerdings auch kurze Schulwege, denn Kinder müssen nicht selten bis zu einer Stunde mit Straßenbahn und Nahverkehrszug in der Stadt Dresden zurücklegen. Eltern eines Jugen brachten zum Politik-Talk den Schulwechsel mit Freunden nach Kindergarten und Grundschule ein. Im dargelegten Falle wurde in einer Montesorikasse in der Neustadt vor allem Wert auf Schulgruppenzusammenhalt, Gruppen- und Teamarbeit gelegt. Auf Sozialverhalten legt das pädagogische Konzept der 15ten Grundschule in der Dresdner Neustadt besonderen Wert, weil auch Klassen- und Lernklima, Vertrauen, Geborgenheit und Gemeinschaft pädagogisches Ziel und Kinderrecht ist.

Dieses pädagogische Ziel lässt sich jedoch nur im Kindergarten und bis zur 4ten Grundschule verfolgen., In Dresden gibt es zuviele Kinder, so dass erster und zweiter Schulwunsch nicht berücksichtigt werden können. Somit müssen Kinder in der Dresdner Neustadt bspw. in Gorbitz eingeschult werden.

Während in anderen Bundesländer Waldwege von Fußgänger, Fahradfahrer_innen (MTB) und landwirtschaftlichen Fahrzeugen genutzt werden dürfen, sind Waldwege für Pferde gesperrt. Es können lediglich vorgesehene Reitwege genutzt werden. Wir wollen, dass junge Menschen aktiv und vital sind, somit ist eine gemeinsame Nutzung von Wegen sinnvoll.

In der Straßensozialarbeit werden vor allem Jugendliche und junge Erwachsene erreicht. Jugendliche fordern mehr Skate- bzw. BMX-Hallen, weil eine Halle für Dresden im Stadtteil Reick und somit lediglich ein Winterspot nicht als ausreichend erscheint.
Auch weitere Erlebnisplätze und Freiräume auch ohne Sozialarbeiter_innen werdengefordert, denn die Stadt bebaut immer mehr Freiflächen. Gefordert werden Schulhofoeffnungen, mehr Abenteuer-, Fußball- bzw. Volleballplätze. Jugendcliquen wollen im öffentlichen Raum akzeptiert werden. Gerade im Sommer gibt es viele Beschwerden von Anwoher_innen und somit Konflikte mit der Polizei nach 22.00 h. Jugendliche wünschen sich eine Sommerzeit bis mindestens 23.00 h.

Als Fazit will die Jugend Investitionen in die Jugend. An erster Stelle wollen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene vorallem Vertrauen und Zutrauen. Sie sind Teil des Gemeinwesens. Sie haben eigene soziale Kompetenzen. Sie können ihre und gesellschaftliche Probleme lösen und Zukunft gestalten. Natürlich ist partitipative Begleitung, wie sie die Offene und Mobile Jugendarbeit bietet – erfolgreich, vitalisierend und aktivierend. Dies wird n den Befragungen im ASP PANAMA, am JUMBO sowie bei den anderen Streetwork Angeboten der AG Streetwork Dresden deutlich.

Wir bedanken uns bei Sabine Friedel (SPD) : Patrick Schreiber (CDU) : Thomas Neumann (Paritätischer Wohlfahrtsverband) : Annekatrin Klepsch (Linke) : Jens Hoffsommer (Grüne), dass sie für eine Stunde bereit waren sich auf die Fragen junger Menschen einzulassen. Wir hoffen auf mehr Begegnungen dieser Art. Und wollen mit Hey, Augenblickmal mit ein Zeichen setzten und zur Meinungsäußerung ermutigen, denn Gesellschaft lässt sich nur gemeinsam gestalten.

MJA JUMBO: Mobile und aufsuchende Jugendsozialarbeit

Die MJA JUMBO richtet sich grundsätzlich an Kinder, Jugendliche und jungen Erwachsene bis 27 Jahren (§ 7 SGB VIII), die ihren Lebens- und Freizeitmittelpunkt im öffentlichen Raum haben.

Der besondere Arbeitsschwerpunkt liegt im Allgemeinen bei jungen Menschen und im Besonderen bei sog. defizietär beschriebenen Lebenslagen bzw. junge Menschen mit einschneidenden Lebenserfahrungen.

  • junge Menschen mit (langen) Jugendhilfe- bzw. Haftkarrieren
  • Schulbummler_innen bzw. –verweigerer_innen
  • Misshandlungs- und Gewalterfahrene
  • junge Migrant_innen
  • junge Menschen mit Traumatisierungen
  • Drogengebrauchende
  • delinquente junge Menschen

Sie haben aufgrund ihrer bisherigen Erfahrungen nur wenig Vertrauen zu Erwachsenen . Sie haben oder machen Gewalterfahrungen oder zeigen gewaltbereite Verhaltensweisen. Sie fallen somit durch aggressive, delinquente, demokratiealternative, übergriffige, distanzlose oder auffallende Verhaltensweisen im sozialen Umfeld auf. Andere zeigen.
depressives und auf Rückzug orientiertes Verhalten.

Wir suchen Cliquen auf oder werden von Cliquen angesprochen. Diese lassen sich katogrisieren in …
„Lückekinder“, die für Kinderangebote zu alt und für Jugendangebote zu jung sind
Jugendliche, die nach adäquaten Freizeitmöglichkeiten suchen
Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die im öffentlichen Raum durch ihre große Anzahl und ihr Verhalten dem Gemeinwesen bzw. dem Umfeld auffallen
Mädchen und Jungen, die aus öffentlichen Räumen vertrieben oder gar kriminalisiert werden

Wir verwenden aufgrund der Vielfalt unserer Klientel und der unterschiedlichen Lebenssituationen den Fachbegriff „Kinder und Jugendliche in besonderen Problem- und Lebenslagen“ (vgl. Satzung) seit 1999. Damit vermeiden wir Zuschreibungen und Begriffe, wie bspw. Strassenkinder oder Treber_innen, weil wir auf die Kompetenzen junger Menschen aufmerksam machen und in Beteiligungsprojekten mit ihnen Lösungen erarbeiten wollen.
Wir sind regelmäßig in den Stadtgebieten Innenstadt, Johanstatt und Neustadt unterwegs (Streetwork). Wir bieten Busstandorte an (Mobile Jugendarbeit) und 2 Kontaktladenzeiten in der Woche (Albertstrasse 32, 01099 Dresden). Wir sind über Handy, E-Mail und Facebook erreichbar.