MJA Plauen: Ohne uns sieht die Stadt ganz schön alt aus!

By LAK MJA Sachsen, 29. Juni 2014

Aktion der Mobilen Jugendarbeit Plauen im öffentlichen Raum am Freitag, den 13.06.2014

Ausgangssituation

Die Aktion war neben der Einbettung in die landesweite Aktionswoche des LAK ein Bestandteil der Kampagne „Jugend unter Artenschutz“, die seit Ende 2013 von der Mobilen Jugendarbeit Plauen geführt wird.

Mit der Kampagne möchte die Mobile Jugendarbeit Plauen gemeinsam mit jungen Menschen auf deren Belange und Bedarfe aufmerksam zu machen und Sensibilität für junge Menschen dort herstellen, wo sie in Vergessenheit geraten oder als unerwünschte „Rabauken“ vertrieben worden sind. Mit dem Projekt „Jugend unter Artenschutz“ sollen Teilhabe- und Mitbestimmungsrechte junger Menschen ausgelotet und eingefordert werden, Entfaltungsmöglichkeiten gefunden und junge Menschen ermächtigt werden, öffentliche Räume als Lebensort wieder eigenständig, sichtbar und erlebbar zu gestalten.

Im Rahmen der Kampagne wurde bereits im November 2013 die „N(M)acht der Jugend“ durchgeführt und im Frühjahr 2014 die tatsächliche Lebenssituation junger Menschen im Rahmen einer Schulhof-Tour erforscht. Fragestellungen an die jungen Menschen waren dabei demografischer Wandel, Vereinzelung, Verdrängung, Kontrolle und Lobby für junge Menschen. Die Auswertung dieses „Realitäts-Checks“ wurde sowohl im Rahmen der Kommunalwahlen an politische Kräfte der Stadt weitergeleitet als auch zur Aktion mit Flashmob öffentlich präsentiert.

Mit der Aktion am 13.06.2014 sollte insbesondere das Thema „öffentliche Räume, Treffpunkte für Jugendliche“ in den Vordergrund gerückt werden. In Absprache und in Vorbereitung mit jungen Menschen wurde im Herzen Plauens eine Aktion durchgeführt, die die Verdrängung junger Menschen aus dem öffentlichen Raum und ihre schwindende Zahl in einer immer älter werdenden Bevölkerung in den Fokus der Öffentlichkeit rückt.

Die Aktion „Ohne uns sieht die Stadt ganz schön alt aus“

Die Aktion startete 16 Uhr mit bekannten DJ´s. Mitten auf dem Postplatz/„Tunnel“ (Zentralhaltestelle) wurde folgendes Equipment mit jungen Menschen aufgebaut:

  • eine Sofaecke mit Sofatisch und Teppich
  • weitere Sitzgelegenheiten
  • die Ergebnisse der Schulhof-Tour
  • ein Kreativstand, bei dem dem Thema entspechend Stoffbeutel mit Nieten und Stoffmal-stiften „aufgehübscht“ werden konnten
  • Kostümverleih mit Senioren-Equipment (Kopftücher, Kittelschürzen, Handtaschen, Hüte, Gehstöcke, Rollatoren usw.) und
  • Transparente zur Kampagne und zur Aktion selbst.

Um junge Menschen zur spontanen Teilnahme zu mobilisieren und Passanten das Anliegen der Aktion zu erläutern, moderierte eine junge Frau fortlaufend das Geschehen. Die MJA stellte den jungen Menschen Kostümierungsmöglichkeiten zur Verfügung, die es den jugendlichen Teilnehmern ermöglichte, um 16.22 Uhr ihren Flashmob mit Seniorenverkleidung durchzuführen. Dazu wurde zu Tanzeinlagen animiert.

Die Aktion sorgte – wie geplant – für Irritation und Aufmerksamkeit bei Passanten, aber auch bei der regionalen Presse. Im Vorfeld wurde über die Homepage der MJA Plauen und über Facebook auf das Vorhaben aufmerksam gemacht sowie Flyer und Plakate an Schulen, öffentlichen Einrichtungen, Einrichtungen der Jugendhilfe und Projekten der Mobilen Jugendarbeit Plauen im Vogtlandkreis sowie während der aufsuchenden Arbeit verteilt. Durch die Aktion konnten vor Ort mehr als 200 Menschen erreicht werden, wobei etwa 100 Jugendliche am Geschehen teilnahmen.

Über begleitende Handzettel wurde Umstehenden das Anliegen erläutert und erwirkte mehrheitliche Zustimmung zugunsten junger Menschen im öffentlichen Raum. Die Kostümierung fand bei jungen Menschen großen Anklang und sorgte auch in den Cliquen vor Ort für Spaß, aber auch für mehr Ermutigung, den öffentlichen Raum aktiv in Beschlag zu nehmen und sich „zur Schau zu stellen“.